Familientherapeutische Beziehungsarbeit
Beziehung ist ein System. In einem System beeinflusst jede Veränderung das Ganze. Wenn ein Teil kippt, bewegt sich alles.
Wir arbeiten nicht mit Schuldzuweisung und nicht mit Pathologisierung. Wir schauen auf Muster, auf Schutzbewegungen, auf Loyalitäten und auf unausgesprochene Erwartungen.
Zentrale Themen in der Familientherapie und Familienberatung
- Wiederkehrende Konflikte
- Sprachlosigkeit
- Übergänge und Umbrüche
- Trennung und Patchwork
- Belastung rund um ein Kind
- Entscheidungsknoten: bleiben, gehen, neu ordnen
Ihr wollt nicht nur Konflikte lösen, sondern Euch wirklich verstehen?
Unser Weg: Integrative Beziehungs- und Prozessarbeit im Familiensystem
1. Gemeinsamer Beginn
Das Familiensystem wird eingeladen. Die Familie kommt gemeinsam zur Diagnostik und ersten Prozessklärung. Beziehungsdynamiken werden sichtbar, erste Hypothesen entstehen und ein gemeinsames Verständnis wird entwickelt.
2. Differenzierte Prozessarbeit
Kinder erhalten je nach Bedarf Einzelbegleitung oder nehmen an einer Gruppe teil (sensorisch, emotional, sozial). Parallel dazu arbeiten die Eltern im Einzel- oder Paarsetting oder in einer Elterngruppe. Ziel ist die parallele Entwicklung auf mehreren Ebenen.
Oft zeigt sich im Verlauf der Arbeit, welche Ebene zentral ist:
– die Paarebene
– die Elternebene
– die familiäre Gesamtdynamik
– oder einzelne Beziehungen innerhalb des Systems
Diese Ebene wird nicht im Voraus festgelegt, sondern ergibt sich aus dem gemeinsamen Prozess. Jugendliche werden nicht überredet. Wenn ihre Teilnahme nicht sinnvoll oder möglich ist, arbeiten wir mit den Erwachsenen weiter, ohne das Kind zu pathologisieren.
Viele Prozesse begleiten wir im Co-Setting. Zwei Personen halten den Prozess. Zwei Perspektiven öffnen den Raum. Manchmal sind einzelne Sitzungen mit einzelnen Familienmitgliedern sinnvoll. Diese Termine sind Teil des Gesamtprozesses. Sie ersetzen ihn nicht. Sie unterstützen ihn.
3. Integration im Familiensystem
Zum Abschluss wird die gesamte Familie wieder zusammengeführt. Veränderungen werden integriert, neue Beziehungsmuster stabilisiert und gemeinsam erlebbar gemacht.
Implizites und explizites Lernen greifen ineinander: Erfahrungen im Körper, im Spiel und in Beziehungen werden reflektiert und in den Alltag übertragen.
Kinder im Familiensystem
Therapeutische Gruppenangebote
Förderung emotionaler und sozialer Entwicklung durch Bewegung, Spiel, Improvisation und Beziehungserfahrung.
- Kindergruppe (7–11 Jahre)
- Samstag 09:30 Uhr
- Themen: Gefühle, soziale Sicherheit, Selbstvertrauen, Kontakt zu anderen Kindern
- Jugendgruppe (13–16 Jahre)
- Mittwoch 17:00 Uhr
- Themen: Gefühle, Freundschaften, Konflikte, Schule, Selbstvertrauen
- Jugendgruppe (17–21 Jahre)
- Mittwoch 18:30 Uhr
- Themen: Selbstwert, Beziehungen, Konflikte, Stress, Identität
- Elterngruppe
- Samstag 11:00 Uhr
- Themen: Umgang mit Verhalten, Beziehung, Entlastung, Orientierung
Modalitäten
Der konkrete Umfang und die Kosten werden nach dem orientierenden Vorgespräch transparent vereinbart. Je nach Fragestellung kann die Begleitung sowohl psychotherapeutische als auch ergotherapeutische Elemente umfassen.
Die jeweiligen Leistungen erfolgen im Rahmen der dafür geltenden gesetzlichen Bestimmungen und auf unterschiedlichen Abrechnungsgrundlagen.
Im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen oder jungen Erwachsenen bis 21 Jahren kann der Einbezug von Eltern oder familiären Bezugspersonen erfolgen. Diese Sitzungen sind Teil der Psychotherapie des Kindes/Jugendlichen/jungen Erwachsenen und können je nach individuellem Versicherungsvertrag erstattungsfähig sein.
Ähnliches gilt für eine Behandlung im Rahmen der Ergotherapie, wobei diese altersunabhängig verordnet werden kann.
Darüber hinaus bieten wir eigenständige familienbezogene Begleitung als Selbstzahlerleistung an.
- Dauer: 60 - 90 Minuten
- Preis Einzelsession: 120-150 Euro
- Preis Co-Session: 240-300 Euro
- Preis Gruppenkurs: 50 Euro / pro Person
- Ort: Praxis Wormser Straße 28 in 69123 Heidelberg oder Online
FAQs
Familientherapeutische Beziehungsarbeit für tiefere emotionale Prozesse und systemische Muster
Ist das Coaching oder Therapie?
Viele Menschen verwenden den Begriff „Coaching” als Sammelbegriff für Unterstützung. Unsere Arbeit ist therapeutisch fundierte Prozessarbeit mit dem Familiensystem. Sie ist nicht technikorientiert, sondern beziehungs- und prozessorientiert.
Gleichzeitig arbeiten wir ohne Schuldzuweisungen und Pathologisierungen. Der Fokus liegt auf Beziehung, inneren Prozessen und systemischem Verständnis.
Worin unterscheidet sich diese Arbeit von Beziehungscoaching?
Beziehungscoaching ist häufig lösungs- und zielorientiert und arbeitet mit Methoden, Aufgaben oder Kommunikationsregeln.
Familientherapeutische Prozessarbeit geht tiefer: Sie bezieht unbewusste Muster, Bindungserfahrungen, Projektionen und Loyalitäten mit ein. Kommunikation wird dabei nicht trainiert, sondern im Beziehungskontext verstanden und verändert.
Worin unterscheidet sich das von Beratung?
Beratung ist meist ratgebend und orientierend. Prozessarbeit ist begleitend und erfahrungsorientiert.
Im Mittelpunkt steht nicht die Frage „Was sollen wir tun?“, sondern „Was geschieht hier zwischen uns und was braucht dieses System, um sich zu verändern?“
Ist das vergleichbar mit Kassentherapie?
Kassentherapie ist Teil eines Versorgungssystems mit festen Vorgaben, zum Beispiel Diagnosen,
Behandlungslogiken und zeitlichen Kontingenten.
Unsere Arbeit erfolgt außerhalb dieses Systems. Das ermöglicht mehr Flexibilität in der
Zusammensetzung der Beteiligten, im Rhythmus der Sitzungen und in der inhaltlichen Gestaltung.
Was ist Familientherapeutische Beziehungsarbeit?
Therapeutische Arbeit mit Familiensystemen.
Wir arbeiten mit Familien und allen beteiligten Mitgliedern sowie ihren Beziehungen zueinander (Beziehungscoaching, Paarberatung, Familienberatung). Die konkrete Zusammensetzung (Eltern, Paar, Kinder, einzelne Personen) ergibt sich aus dem Prozess und dem jeweiligen Anliegen.
Der Fokus liegt auf Beziehung, Dynamik und systemischem Verständnis, nicht auf Diagnosen, Schuldzuweisungen oder schnellen Lösungen.
Was bedeutet Einzelarbeit innerhalb eines Co-therapeutischen Prozesses?
Innerhalb eines co-therapeutischen Prozesses kann es sinnvoll sein, zeitweise Sitzungen mit einzelnen Familienmitgliedern durchzuführen.
Diese Sitzungen sind Teil des Gesamtprozesses.
Wie lange dauert eine Paar- oder Familientherapie?
Das hängt von Euren Themen und Zielen ab. Viele Klient:innen spüren bereits nach wenigen Sitzungen eine Veränderung.
Einzel- und Familienprozesse finden in der Regel im Abstand von zwei bis drei Wochen statt.
Gruppenkurse umfassen zehn Sitzungen mit festgelegten Terminen.
Wie sehen strukturierte Gruppenkurse aus?
Zusätzlich zu den Einzel- und Familienprozessen werden strukturierte Gruppenkurse angeboten.
Elternkurs – Beziehungsarbeit im Familiensystem:
– Online-Gruppenprozess
– 10 Sitzungen
Paarkurs – Beziehungsarbeit im Paar- und Familiensystem:
– Online-Gruppenprozess
– 10 Sitzungen
Für wen ist diese Arbeit geeignet?
Für Familien, Eltern und Paare, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Beziehung als
gemeinsamen Prozess zu verstehen.
Nicht geeignet ist sie für Menschen, die ausschließlich schnelle Lösungen, Techniken oder reine Symptombearbeitung erwarten.